Ruhigstellen gegen Demenz

Man sollte immer auf dem Laufenden bleiben, was die Erkenntnisse der Medizin angeht. Sonst wär’s unmöglich, im Laufe weniger Monate jeweils den Ernährungsplan komplett umzustellen, weil es fast im Wochentakt neue Erklärungen für das allgemeine Unwohlfühlen gibt. Dessen Grund ja in der Ernährung liegen muss. Denn die langen Haare zum Bubikopf zu schneiden, hinterlässt nur im ersten Moment ein gutes Gefühl. Danach ist alles wieder da. Blöd.

Beta-Blocker sind der letzte Schrei. Gegen Nervosität, gegen allgemeine Gefühlsausbrüche und – neuerdings – auch gegen Demenz, wie eine Studie weiss. Da hätten wir’s, gottseidank, wir können auch moderat Alkohol trinken und danach gleich Beta-Blocker einwerfen, und der hohe Blutdruck und das Demenzrisiko sind bereits im Griff: zwei Fliegen mit einer (Chemie)keule, und sogar ganz ohne Aspirin, dafür mit angenehmem Nebeneffekt. Denn wenn man die Blöckerchen auch nimmt, ohne Alkohol getrunken zu haben, dann wird man ganz toll ruhig, mag alles ein wenig mehr und stört sich an allem etwas weniger. Vielleicht ist dann auch Wahlkampf erträglich. Oder diese grauenhafte Gewissheit, dass es in der Schlange an der Kasse nebenan schneller vorwärts geht («Verdammt, warum IMMER ICH?», das bekannte und beliebte Opfersyndrom). Na, da sind wir ja grad nochmal davongekommen.

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