Mitte November. Folge Sechzehn der höchst selektiven Zusammenstellung von Ereignissen der Welt.

Eine klitzekleine Pause gab’s. Nicht auf der Welt, sondern urlaubstechnisch. Und jetzt sind wir zurück mit einer weiteren Folge.

Eine neue Antikörper-Kombi ist entdeckt, die bei Mäusen das HI-Virus in Schach hält. So bahnbrechend das sein mag – schön dass die Medien offenbar etwas dazu gelernt haben seit der letzten ähnlichen Meldung im Mai und nun nicht mehr mit Pauken und Trompeten verkünden, AIDS sei endlich besiegt.

Sandy war. Und die Weltpresse überschlug sich, die geschädigten Einzelschicksale in den USA zu portraitieren. Dass beispielsweise in Cuba riesige Verwüstungen angerichtet wurden, verläuft sich im medialen Sand. Natürlich. Denn in den USA wurde gewählt. Und die einzige Frage, die man sich zu stellen schien, war: Hilft Sandy nun Obama oder Romney? Seit Mittwoch, dem 7. wissen wir nun zwar nicht, wen Sandy unterstützt hat, aber doch, wer der neue Präsident ist. Und damit erkennen wir mit Aufatmen auch an, dass der Amerikaner an sich noch einen Rest Hirn in der Schüssel hat. Schwein gehabt.

Youssef, der Vollidiot der die islamische Welt mit seinem Video erschüttert hat, ist zu einer Haftstrafe von einem Jahr verurteilt worden. Grund: er habe eine falsche Identität angegeben, was den Bewährungsauflagen zuwiderläuft. Interessant, oder? Da sucht eine Nation händeringend nach einer Möglichkeit, den Mann zu bestrafen um ein Exempel zu statuieren. Und anstatt dass man ihn für seine Idiotie bestrafen könnte, muss man im hintersten Winkel der Legislatur einen Ausweg ausgraben. Könnte man das doch auch mit Markus Somm machen. Das wär schon. Ach, ich vergass: die Schweiz hat ja ein Antirassismusgesetz. Nur angewendet wird es nicht.

Eine andere Möglichkeit wäre eigentlich auch gewesen, Youssef (oder Somm) im schönsten Die-Hard-Stil mit einem grossen Schild, auf dem «Idiot» steht, durch die Welt laufen zu lassen. Auch das gab’s diesen Monat, das ist kein Witz.

Foxconn kann nicht genügend iPhone 5 produzieren. Grund seien die hohen Qualitätsanforderungen. Und Anfang Oktober hätten 3000 bis 4000 Arbeiter gestreikt. Auch dafür seien die hohen Qualitätsanforderungen der Grund gewesen. Ich komm nicht ganz mit. Anfang Oktober hatten sich auch 2000 Mitarbeiter eine wüste Keilerei geliefert. Waren dafür der Grund auch hohe Qualitätsanforderungen? Oder vielleicht doch die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen, über die seit Jahren geredet wird?

Ach ja, und ferner: Im Gaza-Streifen ist Krieg und die Touristen fliegen nach Tel Aviv. 3000 Kinder sterben jeden Tag an Wasser, das sie nicht kriegen weil es Nestlé gehört. Monsanto kämpft weiterhin weltweit gegen Biodiversität. Und auch im Oktober ist in Nigeria von Shell so viel Erdgas abgefackelt worden, dass es den gesamten Energiebedarf von Deutschland und Frankreich decken würde. Schöne Welt.

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