Ende Mai. Folge Acht der höchst selektiven Zusammenstellung von Ereignissen der Welt.

Die Griechen schreiten zur Neuwahl. Und heben gleich all ihr Geld ab. Was zur Insolvenz der Banken führt und zum Bankrott des Staats. Schön dabei ist, dass in der Wiege der Demokratie die Macht des Volks wieder voll zum Tragen gekommen ist. Dann ist der Geuro ein Thema. Und das Ganze nennt sich bereits Grexit. Dann kommt der Tsipras wieder und meint, Euro ja, Sparkurs nein und auch: wenn Griechenland nicht gerettet wird, dann gibt’s Krieg. Und hin. Und her. Sorry. Ist mir zu blöd.

Weil man in Deutschland offenbar derweil mal wieder nix anderes zu tun hat, wird mit dem Goldenen Windbeutel die frechste Werbelüge 2012 gekürt. Dass SAT1 vor einem Werbefenster ankündigt, es gebe nur einen Spot und dann deren 15 schaltet, kommt wohl leider nicht in die engere Auswahl, hätte es aber verdient. Durchaus.

Währenddessen wehren sich in den USA die Secret Service Agenten, die beim Lustspiel mit Prostituierten „erwischt“ worden waren, gegen die Entlassung. Das Argument: Der Secret Service habe solche Affären jahrelang geduldet. Nun, da haben wir’s ja. Soviel zum grossen Skandal.

Oxfam will erreichen, dass die Munitionsverkäufe weltweit reguliert werden. Eine interessante Idee. Wer ist dagegen? USA. China. Ägypten. Syrien. Russland. Iran. Natürlich. Übrigens ist der Vorstoss Teil der Verhandlungen über ein weltweites Abkommen, welches den Waffenhandel mit Staaten, welche die Menschenrechte verletzen, verbieten soll. Das Abkommen soll diesen Juli von der UNO verabschiedet werden. Wer ist dagegen? Dreimal dürft ihr raten. Wie lange noch, wie lange noch schaut die Welt diesem Schmierentheater zu?

Wie ging’s eigentlich beim Kampf des Jahres Google vs. Oracle weiter? Google ist freigesprochen worden. Larry Page trug eben doch den schöneren Anzug.

Und was lief so bei Apple? Nur zur Erinnerung: Im Januar hatte Apple eine Studie durchgeführt, die die Arbeitsbedingungen beim grössten Hersteller von Apple-Produkten, Foxconn, untersuchen sollte. Im Februar dann hatte Apple eine Studie durchgeführt, die die Arbeitsbedingungen beim grössten Hersteller von Apple-Produkten, Foxconn, untersuchen sollte. Die beiden Sätze sind kein Fehler, übrigens. Im März dann entschloss man sich, Tausende Arbeiter zusätzlich anzustellen, um die Bedingungen zu verbessern. Der Verdacht damals: sobald die Medien das Interesse verlören, würde auch die Verbesserung der Bedingungen eingestellt. Habt ihr seit März irgendwo was zu Apple und Foxconn gelesen? Ich nicht. Nun gibt es interessanterweise eine neue Untersuchung einer unabhängigen Menschenrechtsorganisation, die klar darlegt, dass sich überhaupt nichts geändert hat. Nicht, dass das erstaunen würde. Nur – dass diese Machenschaften mittlerweile so voraussehbar ist, das gibt zu denken.

Neues aus dem Tierreich: Blaufinnen-Thunfische wurden gefangen, die von Fukushima radioaktive Strahlung tragen. Zum Einen: natürlich sagen sämtliche Experten, die Thunfische seien überhaupt keine Gefahr und können problemlos gegessen werden. Zum Anderen: Thunfische sollte man nicht essen, sie gehören zu einer aussterbenden Rasse. Das ist so in etwa wie Panda-Salami essen. Und zum Dritten: Paradoxerweise könnte die radioaktive Strahlung sogar dazu beitragen, dass die Spezies geschützt wird. Wenn weniger Menschen radioaktives Fleisch essen wollen, dann kann der Thunfisch überleben. Danke, Japan!

Und auch aus der Medizin gibt’s Spannendes: Gefälschte Malaria-Medikamente sind im Umlauf, und zwar nicht eben zu knapp. Tja, wenn die richtigen Medikamente überteuert sind, damit man damit ordentlich Reibach machen kann und man gar kein Interesse daran hat, Malaria preiswert zu bekämpfen, weil dadurch ganze Märkte für anderes verlorengingen, darf man sich nicht fragen, warum günstige Fälschungen auf den Markt kommen. Dass man sich jetzt aber darob betroffen gibt, wäre übrigens auch einen Goldenen Windbeutel wert.

Dafür kann man nun DNA programmieren. Das ist eine Neuigkeit, obschon sie eigentlich längst absehbar war. Denn der direkte Zugriff auf die DNA ist das, was landläufig als Lösung aller Probleme angeschaut wird. Dass damit nur eine Büchse der Pandora aufgetan wird, daran mag man im Moment nicht denken. Oder vermag das gar nicht. Weil der Blick mal wieder durch dieses Brett vor dem Kopf verstellt ist. Ich frage mich, wann wohl Homo Sapiens Sapiens 2.0 auf den Markt kommt. iMam. Äh.. iMan.

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