Mitte Mai. Folge Sieben der höchst selektiven Zusammenstellung von Ereignissen der Welt.

Obama will den Krieg in Afghanistan beenden. Mal wieder. Das ist toll! Und so einfach! Weil, wenn der Anführer der freien Welt sagt, der Krieg ist vorüber, dann geht auch keiner mehr hin! Und ausserdem spricht er sich für die Ehe von homosexuellen Paaren aus. Dass die einzigen vernünftigen Aussagen von US Präsidenten dieser Tage unmittelbar vor dem Wahlkampf stattfinden, ist zwar längst eine Platitüde, aber nach wie vor dennoch bemerkenswert. Vielleicht sollte man den Präsidenten in den USA jährlich wählen. Dann gäb’s nur noch aufgeschlossene, friedliche und vernünftige Politik. Wobei – was wurde eigentlich aus seiner Ankündigung, Guantanamo zu schliessen? Fehlanzeige. Was wir daraus schliessen können: Sollte Barack wieder gewählt werden, wird der Krieg in Afghanistan munter weiter gehen und homosexuelle Paare werden noch immer nicht heiraten können.

Die Knastblase in den USA droht zu platzen. Immer mehr Gefängnisse gehen pleite. Der Grund: zu viele Gefängnisse und zu wenige Gefangene. Und gerade die kleineren Gefängnisse an der Grenze zu Mexico haben ein Problem. Dort wurden nämlich illegale Immigranten festgehalten. Und da gibt’s gleich eine weitere Schwierigkeit: Keiner will mehr in die USA flüchten. Wundert ja auch nicht. Jetzt präsentiert sich damit ein wahres Exempel der Absurdität: Millionen wurden investiert, um die Immigration in die USA zu stoppen. Nun ist sie unter Kontrolle. Was dazu führt, dass Tausende Amerikaner arbeitslos werden, also sozusagen zu einer humanitären Krise. Flüchten die nun nach Mexico? Ganz abgesehen davon – der Fall verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig es für die USA ist, dass immer irgendwo Krieg ist. Genau dasselbe Schema. Weiterhin bemerkenswert: Während die Hälfte der Gefängnisse über zu wenige Gefangene klagt, werden in den anderen die Insassen vergessen. Zustände sind das. Also: Guantanamo trotzdem schliessen und mit den Gefangenen die anderen Gefängnisse sanieren. Und die arbeitslosen Folterer zum Kontrollgang einsetzen, der die Zellen auf vergessene Häftlinge absucht.

Die ZEIT fragt sich, ob analytisches Denken den religiösen Glauben untergräbt. Um Analytik geht’s nicht. Es ist das Denken an sich, das den religiösen Glauben untergräbt. Meine Meinung. Und nur am Rande: Selig sind die geistig Armen, denn ihrer ist das Himmelreich. Heisst soviel wie: Nur Dumme glauben an Gott. Einer der besten Marketing-Slogans aller Zeiten. Weil die Zielgruppe die versteckte Botschaft gar nicht versteht. Bei Schlecker wären für so was Köpfe gerollt.

Ach ja, und dann war Wahlkomödie in Europa. Der kleine Chauvinist in Frankreich hat endlich ausgespielt und folgt seinem Beinahependant aus Italien in den Ruhestand. Und weil’s zum neuen Präsident offenbar nicht besonders viel zu sagen gibt, wundert sich die Presse tagelang, ob nun die Première Dame in den Palast mit einzieht. Das ist auch genau das, was uns alle ganz besonders interessiert. Währenddessen in Griechenland erst die Konservativen scheitern und das Mandat zur Regierungsbildung an die radikale Linke übergeben, die sogleich verlautbaren lassen, dass der Sparkurs von Angela Merkel Mumpitz sei und man nicht bereit sei, für die eigenen Schulden geradezustehen, nachdem man im zweiten Weltkrieg geholfen hatte, Deutschland von Hitler zu befreien. Wenn das nicht so dermassen idiotisch wäre, dann könnte es durchaus als absurde satirische Politparodie auf einer Theaterbühne durchgehen.

Und was war sonst? Eigentlich erstaunlich wenig. Ausser der hirnverbrannten Verkündigung einer AIDS-Impfung, die gerade mal in zwischen 44% und 73% der Anwendungen wirkt. Nicht genug, um sie Impfung zu nennen und doch reicht’s, um Hunderttausende davon zu überzeugen, dass jetzt alles gut ist und man keine Kondome mehr benützen muss. Das ist zwar völlig zusammenhangs- und sinnfrei, aber so funktioniert die Masse.

In diesem Sinne: Auf in die zweite Hälfte dieses Monats.

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