Mitte März. Die dritte Folge der höchst selektiven Zusammenstellung von Ereignissen der Welt.

Weil einfach zu viel Absurdes auf der Welt geschieht, machen wir das nun neu versuchsweise im Zweiwochentakt. In der Zwischenzeit bemerke ich, dass ich Nachrichten nur noch aus satirischem Interesse lese. Aber das geht wohl nicht nur mir so. Nun denn, die ersten zwei Märzwochen:

Brasilien ist nun die sechstgrösste Wirtschaftsmacht der Welt und hat England überholt. Vielleicht sollte England nun sofort den Humber stauen, die Hälfte der Insel unter Wasser setzen und auf neu gerodeten Flächen Rinder für McDonalds züchten. Dann kommt’s wieder besser! Vielleicht werden dann die Füchse auch nicht so schnell grösser. Denn die entwickeln sich auf der Insel ganz prächtig.

In Belgien trauert man über die Kinder des Busunglücks im Wallis. Das ist schlimm und macht betroffen. Und weiterhin stirbt eine Million Kinder pro Monat an Unterernährung aus Profitgier einer kleinen Schar von multinationalen Unternehmen. Das ist auch schlimm. Macht unsere Gesellschaft aber nicht so betroffen. Weil es schon längst keine Schlagzeile mehr verdient. Aber ich wiederhole mich.

Die USA haben derweil rausgekriegt, dass China eventuell die Fähigkeiten hätte, Computersysteme zu hacken. Na das ist ja mal bemerkenswert. Wie wär’s mit einer gepflegten Invasion? Vielleicht zusammen mit Israel? Iran liegt ja eigentlich auf dem Weg. Da könnte man ja nach dem Präventivangriff gleich weitergehen. Vor dem Iran könnte man sich ja noch um Afghanistan kümmern. Rasch zur Erinnerung: Im Februar hatten US-Soldaten Korane verbrannt. Das fand man in Afghanistan nicht besonders komisch. Im Anschluss gab es verschiedene Unruhen. Mittlerweile fangen US-Soldaten an, Massaker in der Zivilbevölkerung zu verüben. Und im Anschluss daran gibt’s Attacken von Afghanen. Obama meint, er habe keine Eile, die Truppen aus Afghanistan raus zu bekommen, weil das oberste Ziel sei, Afghanistan zu helfen, gegen die Taliban zu kämpfen. Wie wenn die, nach den neusten Nachrichten zu urteilen, das Problem wären. Und inzwischen schaltet sich der Präsidentschaftskandidat Mitt Romney ein und meint, es sei ein Fehler, sich für die Koranverbrennungen zu entschuldigen weil man sich als Anführer der freien Welt nie zu entschuldigen habe. Leute, sollte Romney an die Macht kommen, dann gute Nacht.

Und es gibt wieder Neues von der Botox-Front! Nachdem Botox ja nun leider doch nicht gegen Migräne hilft, ist es nun gut gegen Depression. Tja, wenn einen die eigenen Falten so runterziehen, dass man depressiv wird… Das nenne ich Serendipity: Was in der Medizin als Phänomen offiziell bezeichnet wird, wird zwar gemeinhin im Deutschen als Serendipität bezeichnet, was aber lediglich ein anglizistischer Neogermanismus ist. Korrekt übersetzt wird der Ausdruck als „Mehr Glück als Verstand„. Ich finde, das ist ehrlicher.

Dafür hilft LSD gegen Alkoholismus. Das wundert nun auch eher weniger. Wenn Alkoholiker nunmehr die schönen Farben im Glas bewundern, kommen sie weniger zum Trinken. Das ist allerdings auch kein bisschen neu. Bereits vor 45 Jahren wurde eine entsprechende Studie lanciert, 2006 wurden die Schlüsse daraus gezogen. Aber schön, dass irgend ein Redaktor im März wieder über die Datei gestolpert ist und sie als Neuigkeit verkauft. Insgesamt klingt das alles irgendwie fast so als müsste man vielleicht bloss einen Weg finden, LSD und Botox zu mischen. Und sämtliche Zivilisationskrankheiten wären beseitigt.

In der Zwischenzeit ändern Coca Cola und Pepsi ihr Rezept. Weil das alte Rezept krebserregend war. Doch man wechselt nicht wegen der Krebsgefahr. Denn: das wär ja kein Problem, und ausserdem anerkennt man die Richtigkeit der Studie auch nicht. Man will aber vermeiden, dass auf Coca Cola-Büchsen in Zukunft ein Hinweis bezüglich der Krebsgefahr steht. Ausserdem ist zufälligerweise durch die Änderung auch die Produktion günstiger geworden. Huhn oder Ei? Was ist denn nun wirklich der Grund? Ich blicke da nicht ganz durch. Vielleicht könnte man ja etwas Botox? Oder doch LSD? Ich mag den neuen deutschen Sprachgebrauch. Da darf man einfach mal Gedanken. Und muss nicht mehr immer gleich Grammatik.

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