Bravo Welt!

Und es ist da. 2012. Das Jahr. Die allermeisten guten Vorsätze, kaum waren sie gesattelt, harren schon wieder abgehalftert des nächsten Einsatzes. Und die Welt? Während sich Nordkorea erholt vom Tod seines grossen Heiligen, betont Südkorea, man befinde sich weiterhin im Krieg. Nigeria fackelt weiterhin überschüssiges Erdgas ab anstatt es zu nutzen und kündigt das Ende der Erdölsubventionen an, was die Benzinpreise für die ohnehin bereits geprellte Bevölkerung in die Höhe treibt, während der Chefdesigner von Apple zum Ritter geschlagen wird, dafür, dass er mit aller Kraft immer dafür gefochten hat, dass über Telefone und Computer wohl demnächst auch in der Suchtprävention gesprochen werden muss. Europa hat einen der letzten seiner chauvinistischen Diktatoren verloren und streitet sich darum, wer denn nun immer schon für den Atomausstieg war und wer schuld ist, dass man ihn noch nicht geschafft hat, während Afrika einfach einen weiteren chauvinistischen Diktatoren verloren hat und sich den Atomausstieg nicht leisten kann. Google+ als Rohrkrepierer hat gezeigt, dass ein allmächtiger Konzern zwar fast alles darf, aber deswegen noch lange nicht alles kann. Und derselbe Konzern verzichtet in der Folge nun auch darauf, die Welt zu retten und wirft RE<C, die Strategie, die zum Ziel hatte, weltweit erneuerbare Energien günstiger als fossile Brennstoffe zu machen, als Luxusproblem vor die Hunde. Der Tsunami in Japan hat nicht nur zur Beschleunigung der Energiewende geführt sondern hat Hunderttausenden die Möglichkeit gegeben, ihr Gewissen durch Spenden rein zu kaufen, die nun dafür verwendet werden, private Sicherheitsflotten für Walfänger zu finanzieren. Ach ja, und ferner liefen: der Irak-Krieg ist offiziell beendet, was auch nur heisst, dass ein weiteres Land nach seiner Befreiung durch die USA zerstört auf der Strecke liegen bleibt nachdem Saddam Hussein, ursprünglich Protégé und Vorzeigekämpfer gegen den Iran, urplötzlich begann, unabhängig zu handeln, genau wie Bin Laden, der seinerseits für die USA gegen Russland gekämpft hatte und nun ebenfalls zur Strecke gebracht ist, was die USA sofort vor das Problem stellt, wovor man fortan Angst haben soll um nicht über die 9% Arbeitslosen nachdenken zu müssen. Und die Weltbevölkerung zählt nun 7 Milliarden Menschen, von denen 1% das Kapital besitzen.

Für weniger als 50% der Weltbevölkerung hat ein neues Jahr begonnen, für diejenige Leitkultur, die sich in den letzten Zügen befindet. Die völlig verfettet der allgemeinen Angstmache vor dem Fernseher erliegt, während der Rest entweder urplötzlich wieder an einen Gott glaubt und sein sauer Erspartes dubiosen Religionsgemeinschaften anvertraut oder in Massengelagen und Sexorgien frisst und bumst als gäbe es kein Morgen. Die Wirtschaftskrise kommt nach allgemeinen Angaben erst noch, nachdem sie bereits wie die Schwarze Pest um sich geschlagen hat und Köpfe hat rollen lassen. Und, nach den wunderschönen Worten Michael Mittermeiers, irgendwo im Schwarzwald furzt ein Eichhörnchen. Und wird prompt an den Pranger gestellt, weil es mithilft, die Ozonschicht zu zerstören.

John Lennon sang 1972: And so this is Christmas, and what have we done? Another year over, and a new year just begun. Der Song hat nichts von seiner Aktualität eingebüsst. Nun denn.

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  1. Bacalao sagt:

    merry crisis and a happy new fear.

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