1. Mai, Tag der Arbeit. Thema 2009: Eure Krise bezahlen wir nicht!

Erster Mai. In Zürich heisst das jedes Jahr: ein Polizeiaufgebot der anderen Art. Aus der gesamten näheren und weiteren Umgebung werden Polizeitruppen zusammengezogen, um in der Zürcher Innenstadt der randalierenden Demonstranten zu harren und Wasserwerfer, Tränengaspumpen und Gummigeschossschleudern zu präsentieren.

Dieses Jahr soll es ganz besonders zur Sache gehen. Das Thema: Eure Krise bezahlen wir nicht. In einer Stadt wie Zürich, durch die mit der Bahnhofstrasse eine Avenue der Eitelkeit führt, Hochburg des schweizerischen Finanzwesens, ist man auch bevorzugte Zielscheibe der Krisenkritik. Während der Zeit der staatlichen Ausschüttungen an die Grossbanken wurden hier schon Farbbeutel geworfen, und wohl manchem Banker war zeitweise nicht mehr ganz so grinsend zumute, wenn er nach Feierabend die schützenden Gemäuer verliess.

Und morgen, am 1. Mai, ist der Kampf angesagt. Die Bahnhofstrasse soll brennen, sagt man. Und nicht nur die. Seit Jahren werden die Proteste am ersten Mai per SMS aus dem Untergrund organisiert. Kein Auge des Orkans sondern viele verschiedene subversive Zellen sollen die Aufmerksamkeit der Polizei zerstreuen. Ein erfolgreiches Konzept. Aber in diesem Jahr ist klar: die Bahnhofstrasse ist ein mögliches Ziel der Wut derjenigen Demonstrierenden, die den 1. Mai mit Gewalt und Zerstörung verbinden. Und man munkelt von einer Jahrhundertschlacht.

Und doch ist Ausschreitung eigentlich nicht das Ziel der Kundgebungen am 1. Mai. Offene Meinungsäusserung und friedliche Kritik am System, das ist der eigentliche Plan. Ein Zusammenkommen mit klaren Aussagen und deutlichen Worten. In Zürich findet das Politprogramm traditionell auf der Kasernenwiese statt. Und man hofft, dass die Veranstaltung ohne Gewalt über die Bühne geht. Auch wenn im 2009 eine besondere Brisanz den 1. Mai bestimmt. Wir werden sehen. Und hoffen das Beste.

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