Eiersuchen

Abends und am Wochenende kann man sie im Rheinhafen zu Basel hören: Heisse Öfen junger Männer, tiefergelegt, breitreifig, gespoilert, von gedämpftem Bummbumm aus den aufgeblasenen Soundsystemen bis zum dumpfen bösen Rocheln aufgebohrter Zylinder. Und dann die Striprennen entlang der rostigen Bahnwaggons, Aufheulen, Quietschen, Qualm und Turbopfeifen. Da werden Geschlechts- und polierte Autoteile verglichen, dass es eine Freude ist.

Autos werden von Sounddesignern mitgestaltet. Mittlerweile ist das ja kein Geheimnis mehr. Da wird akribisch geachtet auf das Zuklappen der Türen, auf das Geräusch des Anlassers, das Verstellen der Sitze und – das Wichtigste – den Motor. Der GTI der sechsten Generation Golf, immerhin mit 210 Pferden unter der Haube ist ein Paradebeispiel des Wirkens der Toningenieure. Die automatische Version des bösen Golf heult beim Gangwechsel kurz auf, das macht Laune und fühlt sich toll an. Der Soundgenerator des Wagens achtet zudem darauf – um sowohl Passanten wie auch Fahrer zu genügen – dass das Aufheulen im Innenraum stärker vernehmbar ist als von Aussen. Damit man als GTI-Fahrer immer hören kann, wie gross die eigenen Eier sind. Und sie auch an Ostern nie suchen muss.

 

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