Winterparanoia

Und manchmal wird das metaphysische Gruseln, die kosmische Grundparanoia zum feuerspeienden Drachen, türmt sich als brausende Windhose vor einem auf, nimmt die Sicht auf alles andere als das Eine, das Projekt, die Projektion, nach welcher die Angst verlangt, denn wovor genau, wissen wir das denn? Einfacher ist das aktive Definieren, das Beziehen auf das naheliegendste Angstmachende, denn Angstmachendes gibt es genug in einer Welt, die wir nur ertragen, indem wir den grössten Teil gleich im Grosshirn schon wegfiltern, denn „Wahrnehmen kann Ihre Gesundheit gefährden“, vor allem, wenn es filterlos genossen wird, auch wenn es dann viel schöner kratzt im Hirn und einen immerwährenden leichten Schwindel, ein taumelndes Wabern, ein kaltes Kribbeln unter der Haut hervorbringt.

Aber das gibt sich auch immer wieder, und an die Stelle des Unbehagens tritt wohlige Wärme und die Gewissheit, wieder einmal dem Wahnsinn ein Schnippchen geschlagen zu haben, auf der schmalen rammsteinschen Brücke zwischen Vernunft und Trieb wieder einmal Erstere gewählt zu haben, im Interesse des eigenen Gutgehens. Und auch die Befriedigung, zu wissen, dass, wer nicht auf und ab geht, nicht vorwärtskommt.

 

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Sebastian sagt:

    besser kann man(n) das nicht ausdrücken…weg von den denkfaulen Seuchenmetaphern, wie „Wo Wahnsinn ist, da liegt auch Sinn“, nein…setze Dir ein Ziel, nimm dir einen Liegestuhl, mixe Dir einen Drink, rauche dabei eine Zigarette und sei immer einen Schritt voraus – vor Dir selbst?

  2. holly sagt:

    wenn die windhose die ganze sicht wegnimmt, es immer weiter nach unten geht und man endlich ganz allein ist im auge des tornados, dann empfiehlt es sich den mund zu öffnen, einen versuch zu starten, eine erklärung zu finden. für sich, aber auch für die, die im gebiet hinter der windhose warten, ein sturmtief zwar sehen aber keinen wetterbericht empfangen können, weil sie nichts hören. Sie wissen nur, dass jedes sturmtief vorbei zieht und verwüstung und verzweiflung hinterlässt.

  3. julian sagt:

    doch wenn es dann vorüber ist, wird offenbar, dass es zwar verwüstung hinterlassen hat, dass aber ein neuaufbau immer neue chancen und möglichkeiten bringt, denn das fundament steht, und wenn man es im auge des orkans nicht fertigbrachte, um hilfe zu rufen, weil man zu sehr damit beschäftigt war, sich irgendwo festzuhalten, so lernt man daraus und hat fortan ein walkie-talkie dabei, mit freisprechanlage, um sich das nächste mal bereits gehör zu verschaffen, bevor der sturm da ist, damit er vielleicht gar nicht erst kommt

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