Hahnenkampf

Auf einem Stück brachen Landes am Rande der Stadt ein Zelt, darunter behelfsmässige Tribünen aus rohen Brettern und Blech, bepackt mit Mexikanern jeden Alters, Archetypen ein jeder für sich selbst, gespannt und aufgeregt, um ein sandiges Rund eingeschlossen von getäfertem Holz, beleuchtet vom kalten Schein fünfer Energiesparlampen, der Lärmpegel ist beinahe unausstehlich, Bier und Tacos und Geschrei und krähendes Federvieh: die Gebrüder Aguirre haben zum Turnier geladen, Torneo de Gallos, Hahnenkampf.

Rot gegen Grün, Hahn gegen Hahn, Klingen an den Füssen, mit angesprühter Coca Cola aggressiv gemacht, ein Flattern, ein Durcheinander aus braunen, roten, weissen Federn, nichts genaues mehr zu erkennen (hinter uns das breite Quäken eines Amerikaners: Go Red, Go Red, Red’s down, Red’s up, oh no, come on, und eigentlich klingt das ein wenig wie Kikeriki, nur nicht ganz so heiser und ein ganz kleines Bisschen artikulierter, aber wer ist denn der Hahn im Zelt?), dann Stillstand: der Sieger sitzt rittlings auf dem getöteten Widersacher, Kehle durch, Fall klar: „Y gano Rojo!“.

 

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