Konsuminferno

Eine breite staubige Strasse zwischen vier- und fünfstöckigen gelben und orangen Häusern im nachempfundenen Kolonialstil, im Stau stehende Ungeduldige ohne Partikelfilter und mit lauten Hupen, drängelnd und spurwechselnd, zu beiden Seiten Läden, Diskotheken müsste man sagen, jede ein anderes Produkt, eine andere Musik, mit Konzertanlagen auf der Strasse vor dem Eingang, einige davon einfach nur laut, andere überdreht scheppernd und plärrend, dahinter die hellerleuchteten Schaufenster, nichts gibt es, was man hier nicht findet, nur wenn man etwas Bestimmtes sucht ist man verloren, Schuhe, Hochzeitskleider, Sonderangebote, Schmuck und Tand, davor Stände schreiender Auslagen und Imbisstände mit Maiskolben und Perros Calientes, der Durchgang zwischen Essen und Einkauf ist gerade mal zwei Menschen breit und überfüllt, die Massen ergiessen sich konstant in die Läden und ein Rückfluss spült andere Menschen ins Freie.

Betäubt von den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Angebots, vom überwältigenden Reizüberfluss, stolpern durch vollkommen Andersartiges und doch Vertrautes und entweder die Pforten öffnen um alles wahrzunehmen, eins werden, sich verlieren oder die Konzentration wahren und ob aller extremurbanen Ablenkung das Ziel nicht aus den Augen verlieren und auf dem Weg den Hindernissen ausweichen, nicht zum Hindernis für sich selbst sondern zum Instrument des eigenen Willens werden.

 

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