Neubeginn

Wie man sich verknüpft, vernetzt, verknotet wiederfindet im Schnittmuster des Bewusstseins, gewachsen und erwachsen aus tausend Leben, Maschengebilde zwischen Erfahrungen, hundert mal zerrissen und geflickt, Knoten, die ein Vielfaches der Verbindungen bilden, kaum sichtbar ist mehr jede Struktur, aufgeknüpft, verfangen, nach Luft schnappend weil wie beim Hai das Vorwärtsbewegen Atmung bedeutet und Stillstand Ersticken.

Und plötzlich, ganz einfach, das Aussprechen eines Willens, und das ganze Gebilde wird gesprengt mit lautlosem Urknall, dass es sich zerfasert, zerpflückt, zerfetzt schwerelos in die entstandene Leere breitet, jeder Faden gewesene verblassende Illusion, jeder Knoten ein Stern am Himmel der Erinnerung, Mahnmal, Stecknadel auf der Weltkarte des Bewusstseins.

Und in den unverhofften Raum, wie kleine elektrisierende Blitze, bildet sich filigran ein neues Netz, genährt und aufgebaut aus Erfahrungen, aus Beentheres und Donethats, weil man weiss was man nicht will und deshalb vielleicht weiss was man will, und das Neue ist klar und leicht und transparent und fragil noch, doch in jeder Sekunde wird es heller, vertrauter, deutlicher sichtbar, und aus den scheinbar ziellos sich verstrebenden Punkten ergibt sich, wie wenn man mit Linien Nummern in Kinderzeitschriften miteinander verbindet, langsam und immer mehr und immer realer ein neues Bild, ein neues Gesicht, strahlender und heller als alles Gewesene: ein neues Sein.

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