Bestimmung

Das Ding mit der Bestimmung von Menschen füreinander: natürlich ist man bestimmt, schon nur deswegen, dass man passt. Dass der Geruch passt, die Kommunikation, der Humor, die Interessen, die Körper ineinander und aneinander. Manchmal passt nicht alles aber viel und manchmal passt alles aber irgendwie passt’s trotzdem nicht: weil man vielleicht vor so viel Übereinstimmung Angst hat, weil Bestimmung auch immer ein wenig deterministisch ist. Und trotzdem: genau diese Angst ist das Körnchen Sand im Getriebe des Determinismus, das Quäntchen Zufall, das die Regel eben nicht bestätigt sondern sie in der Redewendung eigentlichem Sinn über den Haufen wirft. Und dann sollte die Existenz der Angst selbst eigentlich ihr eigener Tod sein, weil sie die deterministische Seite der Bestimmung aufhebt. Leider denkt Angst nicht gerne nach. Und deshalb räumt sie sich selbst auch selten aus.

Noch etwas: Die Bestimmung ist ein Phasenraum. Es gibt unzählige Paarungen, die mehr oder eben weniger bestimmt sind. Nur tröstet das in dem Moment, in welchem sich der Bestimmung verwehrt wird, nicht über den Schmerz hinweg.

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  1. holly sagt:

    die waage

    platon hat geschrieben, dass wir aus ton geformt sind; wir waren einmal ein ganzes und wurden dann auseinander gerissen. deshalb ist jeder auf der suche nach seiner anderen hälfte, nur dann ist sein leben komplett. das ist mir zu absolut.

    den einen richtigen gibt es nicht. sonst wäre ja alles vorbestimmt, wohin wir reisen und wen wir da treffen. das kann nicht sein.

    zwei menschen, die genau gleichviel gewicht auf die waage bringen, bilden das perfekte gleichgewicht. die richtige einheit. die eigene biografie, die vielen erfahrungen machen unser gewicht so schwer wie es ist. wir geben, was uns zurückgegeben wird, wir nehmen, was uns genommen wird.

    manche menschen leben in einer nicht ganz ausbalancierten situation und trotzdem stimmt es für sie. auch wenn nicht alles vollkommen ist. aber vielleicht wollen sie ein wenig ungleichgewicht, vielleicht brauchen sie das.

    ich habe mein ebengewicht gefunden und möchte mit ihm immer schwerer werden. wenn es fehlt, – auch nur schon temporär – wirft mich das auf den boden. und das ist schmerzhaft *

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